Japanische Haarschere oder aus Solingen?

Diese Frage beschäftigt viele Friseure. Eines vorweg, als Privatkunde benötigt man sicher keine japanischen Haarscheren. Als Friseur sind Haarscheren aus Japan eine teure and gute Alternative zu den herkömmlichen Scheren aus Solingen-Stahl. Gerade für extravagante Frisuren und Haarschnitte gibt es nichts besseres als ein präzises Friseur-Werkzeug.

Was unterscheidet Haarscheren aus Japan- und Solingen-Stahl?

Der Unterschied zwischen Haarscheren, die aus Japanischem Stahl (Nippon Steel) und Solinger Stahl bestehen, resultiert vor allem aus der Zusammensetzung des Stahls und aus den verwendeten Härteverfahren. So besteht der so genannte Japan Stahl zumeist aus verschleiß- und korrosionsfesten Edelstahl-Legierungen. Der japanische Damast besteht demgegenüber aus kohlenstoffreichem und kohlenstoffarmem Stahl, die miteinander zusammen geschmiedet werden.

Beim Solinger Damast werden zumeist hochlegierte und harte Kohlenstoffstähle wie Kobalt oder Mangan (meist so genannte Schwedenstähle) sowie flexible Stähle mit hohem Nickelanteil miteinander geschmiedet. Bei dem Solinger Stahl gibt es jedoch große Unterschiede, was den Nickelanteil betrifft. Dies kann besonders für Allergiker wichtig sein. Manche Hersteller bieten daher Profi-Haarscheren für besonders sensible Allergiker an. Beide Stahlsorten, sowohl Solinger Stahl als auch Japan Stahl, stehen für besondere Qualität und Langlebigkeit.

Welche Arten von Haarscheren gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Profi-Haarscheren. Bei Effilierscheren beispielweise sind beide Scherenblätter gezahnt, so dass sich damit füllige Haare gut ausdünnen lassen („ausdünnen“ heißt auf Französisch effiler). Scheren zum Slicen verfügen meistens über einen Hohlschliff der Klinge auf der Innenseite, wodurch die Schneide einen anderen Winkel erhält und dadurch scharf und schnittig bleibt. Slice-Scheren sind auch durch das vier-fache Feinpolieren der Schneiden und den Handabzug (Honing) schärfer als andere Scherenarten. Modellierscheren sind nur einseitig gezahnt und eignen sich dadurch bestens, um Übergänge zu schneiden, die Haare zu strukturieren und fransige Konturen oder Stützhaareffekte zu erreichen. Außerdem gibt es von verschiedenen Marken spezielle Profi-Haarscheren für Linkshänder. Haarscheren mit mikroverzahnte Schneiden gibt es sowohl einseitig als auch beidseitig. Sie bieten sowohl im feuchten als auch im trockenen Haar einen sicheren und soften Schnitt. Die Haare können durch die Mikroverzahnung nicht so leicht abrutschen.

Manche Friseure verwenden so genannte „heiße Scheren“ (ThermoCut). Dabei werden die Schneiden der Haarschere automatisch erhitzt und die Haarspitzen durch die Wärme versiegelt, um die körpereigenen Feuchtigkeits- und Pflegesubstanzen zu erhalten. Außerdem soll dadurch die natürliche Regeneration des Haares angeregt werden. Durch Umwelteinflüsse wie ultraviolettes Licht, Temperaturschwankungen, chemische Behandlungen oder mechanische Belastungen kann das Haar geschädigt werden. Wenn Haare auf die herkömmliche Art geschnitten werden, bleiben die Spitzen geöffnet und unversiegelt. Es trocknet aus und kann an Glanz, Elastizität und Volumen verlieren. Nach dem Schneiden mit der „heißen Schere“ werden Haare angeblich in ihren „Urzustand“ versetzt, so dass es vor Umweltbelastungen geschützt wird. Dies soll die Struktur des Haares verbessern und auch gesplisstes, dauergewelltes oder brüchiges, stumpfes Haar verbessern. Wenn Haare regelmäßig mit der „heißen Schere“ geschnitten werden, soll angeblich Spliss sogar ganz verschwinden.

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